Ein Kreuzweg der anderen Art erwartete 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 22.03.2025.
Bei frĂŒhlingshaftem Wetter machten wir uns mit dem Fahrrad auf den Weg zu sieben gestalteten Kreuzwegstationen.
Nach einer kurzen BegrĂŒĂung vor der Kirche St. Josef, folgte die erste Station bei der KZ-GedenkstĂ€tte in Neu Guntramsdorf.
Jesus wird zum Tode verurteilt und Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern waren die AufhĂ€nger fĂŒr diese Station.
Nach einer kurzen Kennenlernrunde bastelten wir uns unsere persönlichen Kreuze, die wir dann aufs Fahrrad banden und die uns so auf unserem Weg begleiteten.
Wir gedachten auch der Opfer der Nazizeit und setzten uns kritisch mit dem Umgang mit Minderheiten in der heutigen Zeit auseinander.
Vor der Achauer Kirche stand das dreimalige Fallen Jesu unter dem Kreuz im Mittelpunkt. In unserer Leistungsgesellschaft muss immer alles perfekt gelingen, alles andere zÀhlt als Scheitern.
Symbolisch halfen wir einander beim Aufstehen, wenn wir zu Fall gekommen sind.
Beim Zusammenfluss von Triesting, Schwechat und Mödling standen Jesus begegnet seiner Mutter, Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen, Veronika reicht Jesus das SchweiĂtuch und Jesus begegnet den weinenden Frauen
fĂŒr die unterstĂŒtzenden Begegnungen im Leben, wenn es einmal nicht so gut lĂ€uft. Der Fluss wurde dabei als Sinnbild fĂŒr das menschliche Leben herangezogen und in all seinen Aspekten von der Geburt bis zum Ende betrachtet.
Daran erinnerte uns auch ein blaues Band, dass wir zur Erinnerung an diese Station aufs Rad banden.
In Maria-Lanzendorf gab es Gelegenheit zur leiblichen StÀrkung und danach schritten wir am Kalvarienberg alle Kreuzwegstationen ab.
Den Schwerpunkt bildeten Jesus wird seiner Kleider beraubt, Jesus wird ans Kreuz genagelt und Jesus stirbt am Kreuz. Wir hörten dazu Bibelstellen und es wurde der Vorhang im Tempel symbolisch zerrissen und
anschlieĂend in Streifen geteilt, die uns dann wieder am Rad begleiteten.
In Leopoldsdorf machten wir Halt vor einer PietĂĄ-Skulptur vor der Kirche und wir gedachten aller Eltern, die ihre Kinder verloren haben.
Nach einer kurzen Besichtigung der Vösendorfer Kirche und dem Stillen unseres Dursts im Pfarrhof, setzten wir unseren Weg nach Wiener Neudorf in den Klosterpark fort.
Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Zeit legten wir die letzten zwei Stationen beim ehem. Klosterfriedhof zusammen.
Jesus wird ins Grab gelegt wurde durch Blumensamen, die wir auf die Erde streuten, verdeutlicht. Das Ende der Samen soll einmal etwas Neues hervorbringen.
Das Thema Auferstehung, dass in Mödling bei der Kirche St. Michael geplant war, fĂŒgte sich beim ehem. Klosterfriedhof inhaltlich sehr gut zur Grablegung.
Es ging um den schmerzlichen Verlust von pfarrlicher Heimat und dem daraus folgenden Neubeginn in einer neuen Pfarre aber auch um neue Wege der Gemeindebildung, wie es sie auch am Anfang des Christentums gegeben hat
und zu der wir uns von der mitgliederstarken Volkskirche bestÀndig wieder hinentwickeln. Auch das ist ein schmerzliches Abschiednehmen aber auch die Chance es anders zu machen und verstÀrkt auf Fernstehende zuzugehen.
Den Abschluss unseres Kreuzweges bildeten nach etwas mehr als 31km eine StĂ€rkung mit GetrĂ€nken und KnabbergebĂ€ck und gemĂŒtliches Plaudern in Neu Guntramsdorf.
Hier gibt es Fotos
Christian Zacherl